
Jeder Schritt hat mich ein bisschen mehr zu mir geführt
Bücher haben mich schon immer fasziniert. Also lag es nahe, nach meinem Studium der Literaturwissenschaft genau dort hinzugehen: in die Welt der Verlage.
Mein erster Schritt war ein Redaktionsvolontariat bei einem großen Ratgeberverlag. Das war natürlich nicht das, was man sich vorstellt, wenn man von Literatur träumt. Aber ich war froh, überhaupt mit meiner „brotlosen Kunst“ Geld verdienen zu können. Ein Jahr lang habe ich dort das echte Handwerk gelernt: lektorieren, redigieren, korrigieren und wie man aus einem Rohmanuskript etwas macht, das Menschen wirklich erreicht.
Ich blieb. Nach einem weiteren Assistenzjahr wurde ich 1992 festes Mitglied der Redaktion und wuchs von da an in alles hinein, was einen Verlagsprofi ausmacht, Titel für Titel, Jahr für Jahr. Manche der Bücher, die ich bearbeitet habe, erschienen in Auflagen von bis zu 160.000 Exemplaren. Zahlen, hinter denen Menschen stehen, die lesen, lernen und sich informieren wollten. Und ich lernte, Verantwortung dafür zu tragen.
Nach mehr als zehn Jahren war es dann Zeit für etwas Neues. Und auch die Buchbranche hatte sich durch die neuen Medien verändert. Viele Verlage gaben auf oder richteten sich neu aus. Gestärkt durch die Praxis, meine gesammelte Erfahrung und Weiterbildungen, wagte ich 2002 den Sprung in die Selbstständigkeit.
Was mich bis heute antreibt? Die Herausforderung, mich immer wieder neu reinzudenken – in andere Themen, andere Branchen, andere Menschen – und die Freude, die mir die Arbeit mit Sprache macht.
Aber Sprache darf kein Privileg sein. Gesellschaftliche Teilhabe liegt mir am Herzen – und Sprache ist ihr Fundament. Aus dieser Überzeugung heraus habe ich mich in Leichter Sprache weitergebildet. Heute übersetze ich Texte in Leichte und Einfache Sprache, weil jeder Mensch das Recht hat, verstanden zu werden.
